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Böses aus der Sammlerwelt

Es heißt ja immer "Augen auf beim Bibelkauf!"

Und die meisten Auktionshäuser - vor allem Hartung, aber auch die anderen großen wie Bassenge oder Kiefer sind seriöse Häuser. Sie beschreiben ihre Stücke ehrlich, man kann sich auf das Angebot meist verlassen. Ein Erlebnis der anderen Art hatte ich im Mai 2017 mit dem Auktionshaus Michael Zeller aus Lindau am Bodensee. Ich kaufte eine Bibel, die so beschrieben war:

"Theologie: Luther, Martin. Bibel.
Titelseite zum Alten Testament fehlt. 350 Bll. Beigebunden: Die Propheten alle Teutsch.
230/Bll. Weiter: Das Neuwe Testament Teutsch.
144 Bll. Gedruckt zu Franckfurt am Mayn
durch Johann Saurn, in Verlegung Vincentij Steinmeyers, 1606.
Perg. der Zeit; Rücken fehlt. Schlechter Zustand. 39 x 24 cm!"

Hier würde man sich eine VOLLSTÄNDIGE Bibel erwarten, der halt der Titel AT fehlt, mit Einrissen, evtl. verzogenem Buchblock oder auch stärkeren Läsuren, sowie dem erwähnten fehlenden Rücken. So ginge es halt mir.

Der erste Dämpfer kam mit der Rechnung. "Natürlich" wurden wieder die Versandkosten nach Österreich berechnet - obwohl die deutsche Adresse klar und deutlich angegeben wurde. Na gut, passiert halt.

Als ich aber den Inhalt des Paketes öffnete, musste ich mich kurz setzen. Ein zerfetztes Etwas mit zerbröselnden Seiten und dem Fehlen der wichtigsten Seiten sah mich da traurig an. Zu Beginn fehlte gleich mal das gesamte Register und die ersten 18 Seiten des Alten Testaments. In der Mitte immer wieder Schnipsel von sich zersetzenden Seiten, viele Fehlstellen - und dann das Fehlen des halben Neuen Testaments. Im Hebräer hört die Bibel dann einfach auf...

Also: Zeller angeschrieben und um Erklärung gebeten. Hier die vollständige Antwort:

"Sehr geehrter Herr Eichsteininger,
zu Ihrer Mail vom 5. Mai müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir der Reklamation nicht stattgeben können.
Gemäß unseren Versteigerungsbedingungen, Punkt 7.c, sind Objekte mit einem Ausrufpreis bis 100 Euro von Reklamationen wegen Sachmängeln ausgeschlossen.

Überdies haben wir sowohl im Internet als auch im Katalog angegeben, dass Bücher n i c h t kollationiert sind.
Dass die Titelseite zum AT fehlt, war sogar erwähnt."

KEIN Wort zu dem katastrophalen Zustand des Fragments, dass sie die Frechheit besitzen als Bibel zu verkaufen. Dafür die Aussage, dass in der Auktion erwähnt wird, dass die Bücher nicht kollationiert sind - was eine glatte Lüge ist, wie jeder nachprüfen kann: https://lot-tissimo.com/de/cmd/d/p/002/mg/27745991/tan/2241/


Anbei noch einige Bilder dieses Reinfalls. Ich werde dieses Auktionshaus künftig meiden, und so wie ich Euch kenne, werdet ihr wohl das Gleiche tun...

(Dieser Text wurde mit meinem Rechtsanwalt abgeglichen und dem Auktionshaus zugestellt - sollen die auch was davon haben...)