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Rückschläge und Gegenübersetzungen


Die Übersetzung des Luthertextes fegt durch alle Länder. Bald entwickeln sich Sonderformen der Bibelverdeutschung – vor allem in der Schweiz, wo bereits früh Vollbibeln entstehen (vor Luther!). Diese „kombinierten“ Bibeln decken mit eigenen Übersetzungen (oftmals Täufer) und dem was Luther bereits übersetzt hat den Bedarf ab. Am bekanntesten ist die 1531 erstmals erscheinende Froschauer Bibel.

Natürlich versucht die alte Kirche Luther mit seinen eigenen Waffen zu schlagen und bringt deshalb ebenfalls Bibelübersetzungen auf den Markt. (Probleme: Uneinigkeit in den eigenen Reihen, Glaubwürdigkeit). Hieronymus Emser ein Gegenspieler Luthers veröffentlicht 1527 seine Version des Neuen Testaments. Obwohl in den Vorreden stark polemisch gegen Luther so ist es doch in ganz großen Teilen Luthers Text, nur die strittigen Stellen übernimmt Emser von der alten Vulgata. Die ganze Bibel übersetzt Luthers Hauptgegner Johannes Eck (Dr.Eck)1537. Das Werk war gar nicht so schlecht, hatte aber den Fehler, in sehr bayrischem Dialekt gehalten zu sein. Eck hatte damit auf das falsche Pferd gesetzt, Luthers Bibel prägte die deutsche Sprache mehr aus der sächsisch-mitteldeutschen Richtung. Die oberdeutschen Ausprägungen, in der Eck seine Bibel hielt wurden bald auch in Österreich und Bayern nicht mehr verstanden, weil sich in de Verschriftlichung auch hier das Lutherdeutsch durchsetzte.

Eck und Emser Bibeln sind heute relativ selten, ihre Auflagen blieben im Vergleich zur Lutherbibel bescheiden.

Die dritte katholische Gegenbibel setzte sich allerdings durch: Die Dietenberger Bibel erschien zeitgleich mit der Lutherübersetzung 1534 und sie erlebte bis ins 18. Jahrhundert hinein viele Auflagen. Der Grund war eine gut gemachte Übersetzung; die sich stellenweise an den Luthertext hält und nur leicht oberdeutsch-bayrisch gehalten ist. Sie wurde daher besser verstanden als die Eck-Bibel und – das kam dazu; die Dietenberger wurde mit den schönen Holzschnitten von Virgil Solis ausgestattet. Und Bibeln mit Bildern haben sich zu allen Zeiten besser verkauft als solche ohne Bilder.

Ja, die Bilder. Sie sind ein entscheidender Kauffaktor gewesen. Zwischen Holzschnitten bzw. Kupferstichen zu evangelischen oder katholischen wurde wenig unterschieden, vielfach erschienen sie sowohl hier als auch dort.