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Bibelsammeln - eine Liebeserklärung!


Wenn ich am Abend meine Bibel aufschlage, ist das immer ein Stück Zeitreise. Mein Buch ist wahlweise von 1550, 1569 oder 1630. Zeiten, in denen ganze Epochen gekommen und vergangen sind, in denen Kriege stattgefunden haben und in denen meine Vorfahren gelebt haben, überbrückt ein Buch. Und es liegt immer noch vor mir, ich kann es lesen und „begreifen“. Und umgekehrt: Wenn ich längst nicht mehr bin, wird es diese Bücher noch geben. Und neben den vielen handschriftliche Einträgen, welche alte Bibeln meistens zieren findet der Sammler der Zukunft auch meinen Namen nebst einem kleinen persönlichen Vermerk. Um es etwas verschroben zu sagen: Immer wenn ich am Abend, wenn es draußen dunkel wird, eine alte Bibel aufschlage, habe ich für einen kurzen Moment das Gefühl, ich könnte mich durch die Zeiten bewegen, gleichsam mit dem alten Buch die Zeiten hinter mir lassen. Bibeln wurden übrigens früher wirklich „aufgeschlagen“ (so wie die meisten anderen Bücher auch). Durch einen Schlag auf den Buchrücken löste man die Buchschließen und konnte das Buch öffnen. Schließen gibt es bei neuen Büchern schon lange nicht mehr; aber in den Schulen sagt die Lehrerin noch immer: „Wir schlagen das Buch auf Seite XY auf!“